Chemischer Pflanzenschutz - Basis nachhaltiger Landwirtschaft

Zusammenfassung

 

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2030 von heute 6,7 auf 8,3 Milliarden Menschen wachsen. Gleichzeitig lassen sich landwirtschaftliche Nutzflächen kaum vermehren. Neben Nahrungsmitteln müssen auf diesen Flächen auch Futtermittel, nachwachsende Rohstoffe und Energiepflanzen angebaut werden. Pflanzenschutzmittel garantieren optimale Nutzung der knappen Ressourcen. Sie sind daher für die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft unverzichtbar. Moderne Landwirte setzen auf „Integrierten Pflanzenschutz“, welcher landwirtschaftliche Kulturen auf umweltschonende und gesundheitlich unbedenkliche Weise vor Schädlingen, Krankheiten und Unkraut bewahrt.

 

Sicherheit hat oberste Priorität: Chemische Pflanzenschutzmittel gehören zu den am stärksten reglementierten Chemikalien in Europa. Die in Österreich zugelassenen Mittel sind bei sachgerechter Anwendung sicher für Mensch und Umwelt. Dank intensiver Forschung und Entwicklung konnte die Sicherheit des chemischen Pflanzenschutzes in den letzten Jahren weiter verbessert werden ohne die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft zu schmälern.

 

Chemischer Pflanzenschutz – Wozu?

 

Chemische Pflanzenschutzmittel sind Teil einer modernen, nachhaltig geführten Landwirtschaft. Sie tragen dazu bei, hohe Erträge zu sichern, die heute durch leistungsfähige Sorten, gute Nährstoffversorgung der Pflanzen und innovative Kulturtechniken möglich geworden sind. Ohne Pflanzenschutzmittel sind Kulturpflanzen Schädlingen und Krankheiten schutzlos ausgeliefert. Pilzbefall, tierische Schädlinge und die Konkurrenz der Unkräuter um Nährstoffe, Wasser und Licht bedrohen die landwirtschaftliche Produktion, schmälern die Erträge und mindern die Qualität. Das Resultat: Das Angebot und die Auswahl an pflanzlichen Nahrungsmitteln wird

eingeschränkt. Die Folge: Die Preise steigen und die Lebensmittelversorgung wird bedroht. Reduziert man den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 75 %, sinkt die Produktion von Obst und Gemüse um über 30 %, von Getreide um 40 % und von Ölsaaten sogar um mehr als die Hälfte. (Michael Schmitz, Uni Gießen, 2002).

 

Chemischer Pflanzenschutz – Biologischer Pflanzenschutz

 

Biologische Landwirtschaft trägt zum Umweltbewusstsein der Konsumenten aber nur mäßig zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Ackerflächen und Nahrungsmittelsicherheit bei.

Ökonomischer Anbau und konkurrenzfähige Verbraucherpreise sind Voraussetzungen für nachhaltige Bewirtschaftung im Biolandbau. Geringere Erträge und höhere Produktionskosten im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft lassen dies nicht erwarten.

Was die wenigsten wissen: Auch im Biolandbau werden chemische Pflanzenschutzmittel, z.B. das Schwermetall Kupfer eingesetzt. Kupfer wirkt nur sehr kurz und muss daher mehrmalig eingesetzt werden, was zu höherem Arbeitsaufwand und zusätzlichen Belastungen der Umwelt (z.B. erhöhter Treibstoffverbrauch) führt. Biologische Landwirtschaft ist daher kein Garant für eine nachhaltige Landwirtschaft mit ausreichender Versorgungssicherheit.

 

Chemischer Pflanzenschutz – Basis nachhaltiger Landwirtschaft

 

Moderne Landwirte setzen auf Qualität und Sicherheit ihrer Produkte sowie auf nachhaltige Bewirtschaftung. Die Ausgewogenheit ökonomischer und ökologischer Aspekte garantiert hohe Erträge, qualitativ hochwertige Produkte und Nachhaltigkeit.

Im „Integrierten Pflanzenschutz“ werden Krankheits- und Schädlingsbefall durch Fruchtfolge verhindert, der optimale Einsatzzeitpunkt von Pflanzenschutzmitteln mit Hilfe von Monitoring-Systemen ermittelt und auch biologische Mittel eingesetzt. Es werden aber auch Parameter wie Sortenwahl, Fruchtfolge, Klima, Anbauverfahren und Einsatz von Düngemitteln berücksichtigt. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nach dem Grundsatz „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ eingesetzt.

Im Sinne der Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit achten Landwirte darauf, Pflanzenschutzmittel ordnungsgemäß anzuwenden und zu lagern. Die

Pflanzenschutzindustrie unterstützt diese Bemühungen mit entsprechenden

Schulungsmaßnahmen.

 

Chemischer Pflanzenschutz – Garant für Nahrungsmittelsicherheit

 

Die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln gehört zu den größten Herausforderungen. Bis 2030 rechnet man mit 8,3 Milliarden Menschen, dadurch verringert sich die Ackerfläche pro Person in hohem Ausmaß: Waren es 1950 noch 6.000 Quadratmeter, werden es im Jahr 2020 voraussichtlich nur mehr 2.000 Quadratmeter August 2009 Ackerfläche sein. Flächen, die künftig auch für die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen und Energiepflanzen genützt werden.

 

Um landwirtschaftliche Kulturen auf umweltschonende Weise vor Schädlingen und Krankheiten zu bewahren sowie die Qualität und Verfügbarkeit der Lebensmittel zu sichern, bedarf es eines optimierten chemischen Pflanzenschutzes. Die Pflanzenschutzindustrie hat in den letzten Jahrzehnten Produkte entwickelt, die gezielt wirken, schnell abbaubar sind und keine unvertretbaren Risiken für Mensch und Umwelt bergen.

Es wird aber nicht nur an neuen Substanzen sondern auch an effizienten und besonders umweltverträglichen Applikationsverfahren geforscht: Musste früher generell die gesamte Fläche behandelt werden, reduziert sich der Anteil bei Reihenbehandlung auf 5%. Es geht noch besser: Bei direkter Saatgutbehandlung ("Beizung") reduziert sich die Fläche auf 0,6%.

 

Chemischer Pflanzenschutz – Höchste Sicherheit dank höchster Standards

 

Chemische Pflanzenschutzmittel zählen zu den am stärksten reglementierten Chemikalien in Europa. Der Grenzwert für chemische Pflanzenschutzmittelwirkstoffe beziehungsweise relevante Abbauprodukte im Trinkwasser liegt in Europa bei 0,1 Mikrogramm pro Liter.

Eine verschwindend kleine Menge: Wer 70 Jahre lang ausschließlich Wasser trinkt, das 0,1 Mikrogramm Wirkstoff pro Liter enthält, hat am Ende dieser Zeit

Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in der Größenordnung eines Salzkorns aufgenommen.

 

In Österreich eingesetzte chemische Pflanzenschutzmittel sind streng kontrolliert und bei sachgerechter und bestimmungsgemäßer Anwendung sicher für Mensch und Umwelt.

Treten dennoch unzulässige Belastungen des Grund- und Trinkwassers bzw.

Höchstwertüberschreitungen in Lebensmitteln auf, resultieren diese meistens aus unsachgemäßer Anwendung oder dem Einsatz illegaler Pflanzenschutzmittel. Strenge Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen sind in diesem Bereich daher unumgänglich.

 

August 2009

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Dr. Dominique Schröder
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