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Was ist Responsible Care (RC)?

Zielsetzung

RC Bei Responsible Care handelt es sich um eine weltweite, freiwillige Initiative der chemischen Industrie, die sich zum Zweck einer Verbesserung der Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltsituation strenge Selbstkontrollen auferlegt hat. Chemische Betriebe, die diese Auflagen erfüllen, werden mit dem auf drei Jahre limitierten Zertifikat "Responsible Care" ausgezeichnet.

Entstehung 

Die Idee zu Responsible Care stammt aus Kanada, wo 1985 vom kanadischen Chemieverband die Leitsätze für Responsible Care - auf deutsch „verantwortungsvolles Handeln" - erarbeitet wurden. Einige Jahre später wurde sie vom europäischen Chemieverband (CEFIC) mit der Zielsetzung übernommen, das Programm in allen nationalen Chemieverbänden Europas zu implementieren. In Österreich wird das Zertifikat Responsible Care seit 1992 vom Fachverband der Chemischen Industrie verliehen.

2006 hat sich der Fachverband zur "Responsible Care Global Charter" des Weltchemieverbandes ICCA bekannt, die über die ursprünglichen Grundsätze von Responsible Care hinaus geht. Neben der ständigen Verbesserung von Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz treten die Aspekte Produktverantwortung, Transparenz und Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Internationale Beachtung fand die "Global Charter" Februar 2006 auf der Welt-Chemiekonferenz in Dubai, wo diese Initiative vom damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan begrüßt wurde.

2014 hat ICCA eine adaptiert Version der „Responsible Care Global Charter“ erstellt, um neue Entwicklungen (Chemikalien Management, Anforderungen von Stakeholdern, …) zu berücksichtigen.

Anforderungen für Responsible Care 

Die Anforderungen, die erfüllt werden müssen, um das Zertifikat Responsible Care zu erlangen, werden vom Chemieverband jedes Landes individuell festgelegt. In Österreich hat sich der Fachverband der Chemischen Industrie sehr früh zu einer genauen Prüfung entschlossen.

Die Maßnahmen, die ein Betrieb im Rahmen des Responsible Care-Programmes erfüllen muss, gehen weit über die in Österreich geltenden gesetzlichen Auflagen und Vorschriften hinaus. Die Beurteilung des Betriebes wird von zwei externen unabhängigen Prüfern vorgenommen.

Bei der Überprüfung werden rund 300 Fragen aus den Bereichen Energie, Entsorgung, Lagerung, Arbeitnehmerschutz, Industrieunfallvorsorge, Umweltorganisation u.v.m. nach einem Punktesystem bewertet. Die Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen wird vorausgesetzt. Für das Bestehen der Prüfung muss eine Mindestpunkteanzahl von 80 Prozent der Zusatzfragen erreicht werden. Diese Bewertung erfolgt gesondert für jeden Standort eines Unternehmens. Besitzt ein Unternehmen mehrere Standorte, so muss es sich auch mehreren Überprüfungen stellen.

Das Responsible Care-Zertifikat 

Sobald ein Betrieb die Prüfung für Responsible Care abgeschlossen hat und alle Anforderungen erfüllen konnte, erhält er vom Fachverband der Chemischen Industrie das Zertifikat Responsible Care verliehen. Der Betrieb darf dieses Zeichen für die nächsten drei Jahre in der Firmenwerbung (z.B. auf dem Briefpapier), jedoch nicht für Produktwerbung verwenden. Nach Ablauf der drei Jahre muss sich der Betrieb einer Kontrollüberprüfung unterziehen, um die Bezeichnung Responsible Care weiterführen zu dürfen.

Vergleich mit EMAS und ISO 14001 

Bei der EMAS-Verordnung der Europäischen Union, die in Österreich als Öko-Audit bezeichnet wird, handelt es sich um eine Verordnung, die wie Responsible Care auf Freiwilligkeit und Selbstverantwortung beruht. Die Norm ISO 14001 der International Organization of Standardization ist weltweit gültig und wird für alle betrieblichen Abläufe angewandt, welche die natürliche Umwelt betreffen.

In Zielsetzung und Vorgangsweise bestehen bei Responsible Care große Ähnlichkeiten zu EMAS-Verordnung und ISO 14001. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass Responsible Care nicht nur Umweltbelange, sondern auch die Bereiche betriebliche Sicherheit und Arbeitnehmerschutz mit einbezieht und somit eine Erweiterung gegenüber der EMAS-Verordnung darstellt. Zudem werden bei Responsible Care die Anforderungen speziell auf die Besonderheiten einer Branche, in diesem Fall die Produktionsbetriebe der chemischen Industrie, abgestimmt.

Aufgrund seiner hohen Anforderungen hat Responsible Care 2012 erstmals eine rechtliche Anerkennung in Österreich erlangt. Responsible Care zertifizierte Unternehmen können die Verwaltungsvereinfachungen gemäß dem Umweltmanagementgesetz in Anspruch nehmen, wenn die im Vergleich zur EMAS III-Verordnung fehlenden Elemente erbracht werden (d.h. Überprüfung des Umweltberichts durch einen Umweltgutachter, BGBl. Teil II Nr. 152/2012).

Seit 2014 ist Responsible Care auch im Bundes-Energieeffizienzgesetz als einem Energie- oder Umweltmangementsystem gleichwertiges Managementsystem anerkannt (BGBl. Teil I Nr. 72/2014).

 

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Kontakt/Ansprechpartner
Dr. Dominique Schröder
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