Stark steigende Rohstoffpreise

Stark steigende Rohstoffpreise, steigende Energiepreise und zusätzliche administrative Kosten für die Umsetzung von REACH belasten die österreichische Betonzusatzmittelindustrie.

Besonders schwierig ist die Lage nach Aussage des Forums Betonzusatzmittel im Fachverband der Chemischen Industrie bei den Rohstoffen Ethylenoxid und der auf Acrylsäure basierenden PCE’s (Polycarboxylatether). Der Rohstoff Ethylen ist seit 2010 um ca. 30 % gestiegen, die Acrylsäure seit 2010 um 35 %. Die durch Umfrage bei den Mitgliedsbetrieben des Verbandes erhobene Rohstoffpreissituation entspricht auch den Meldungen der „International Chemical Industry Service – ICIS-Datenbank“. Auch dort werden deutliche Rohstoffverknappungen und zweistellige Rohstoffpreiserhöhungen berichtet.

Dazu kommt, dass krisenbedingt auch die petrochemische Industrie ihre ohnehin knappen Produktionskapazitäten zur Herstellung von Vormaterialien deutlich gedrosselt und einzelne Werke in den letzten Jahren komplett geschlossen hat. Jetzt kann die wieder steigende Nachfrage nach Grundchemikalien nicht ausreichend bedient werden. Dazu kommen die Auswirkungen der politischen Unruhen in Nordafrika, die die petrochemischen Rohstoffe in die Höhe treiben. Die Unternehmen rechnen auch für 2011 mit steigenden Rohstoffpreisen. 

Die Möglichkeiten, diese großen finanziellen Belastungen durch die Optimierung unternehmensinterner Kostenstrukturen zu kompensieren, sind limitiert. „Die Rohstoffkosten haben für die Betonzusatzmittelindustrie deshalb eine besondere Bedeutung, weil deutlich mehr als 60 % der Betriebsaufwendungen auf die Rohstoffe entfallen“, so Dr. Klaus Schaubmayr, vom Forum Betonzusatzmittel im Fachverband der Chemischen Industrie. Erhöhungen der Rohstoffpreise schlagen somit stärker auf den Endpreis des Produktes durch als andere Positionen in der betriebswirtschaftlichen Kalkulation.
Dazu kommt, dass in Österreich auch der Zementverbrauch und damit das Betonvolumen um ca. 24 % seit 2008 zurückgegangen ist. In Abhängigkeit der Marktentwicklung beim Zement ist auch die Nachfrage nach Betonzusatzmitteln stark gesunken.

Wien, 17. Mai 2011