Workshop Chemical Leasing

10.05.2019 | „Circular Economy“, Wasser 4.0, Chemie 4.0, alles Schlagwörter die eines gemeinsam haben: gefordert sind nicht nur neue Prozesse, Produkte und Verfahren, sondern auch neue Geschäftsmodelle. Da gewinnt auch das nachhaltige Geschäftsmodell „Chemical Leasing“ (ChL) international zunehmend an Bedeutung. Aus Sicht der österreichischen Chemiepolitik ist es ein Ansatz, der hohe Priorität genießt: anstelle des Verkaufes von chemischen Gütern werden die Funktion der Chemikalie oder eine Dienstleistung angeboten und das führt zu einer insgesamt effizienteren Nutzung von Chemikalien.

Erschließen sich dank Chemie 4.0 neue Potentiale für mehr Nachhaltigkeit?

Am 24. April 2018 organisierte das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit dem Fachverband der chemischen Industrie und Unterstützung von Brimatech Services GmbH einen Workshop zu diesem zukunftsorientierten Geschäftsmodell. 

In seiner Begrüßung wies Thomas Jakl, der Begründer dieses Geschäftsmodells, auf die zunehmenden Bedeutung, aber auch Akzeptanz von Chemical Leasing für den nachhaltigen Umgang mit Chemikalien hin. Er betonte auch die gute internationale Vernetzung durch die enge Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus mit der UNIDO und zuständigen Behörden in vielen anderen Regionen.

Andrea Kurz stellte die Kernergebnisse der Studie für "Chemical Leasing" in Österreich vor. Das Geschäftsmodell wird von den Unternehmen als Unterstützung in Ihren Bestrebungen zur Nachhaltigkeit gesehen. Potentielle Anwendungsbereiche sind jedenfalls bei der katalytischen Abgasreinigung, industriellen Kühl-, Schmier- und Reinigungsprozessen, Beizen von Metallen, Ausrüsten von Textilien sowie in der Wasseraufbereitung gegeben. Aufklärung und individuelle Beratung sind für die Verbreitung von ChL am wichtigsten, zeigte die Untersuchung.

Exemplarisch erläutert Wolfgang Haider am Beispiel "Wasseraufbereitung" die Umsetzung von Chemical Leasing bei Borealis vor und sieht dabei einen wertvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Daniel Herzog erklärt das Geschäftsmodell am Beispiel Trockenschmierung für Förderbänder der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, anhand des von Thonhauser entwickelten Systems TM SMART TRACK. 

Reinhard Joas teilte die internationalen Praxiserfahrungen, die durch die Unterstützung der UNIDO gesammelt wurden, mit den Teilnehmern dieses Workshops und gab wertvolle Tipps und Tricks weiter, die bei der Umsetzung von Chemical Leasing zu beachten sind. Voraussetzung ist jedenfalls die intensive Zusammenarbeit sowie das notwendige Vertrauen zwischen Lieferant und Kunden. Abschließend präsentierte Emina Alic die Ergebnisse ihrer Masterarbeit zum UNIDO Chemical Leasing Award. 

Die Handouts der Präsentationen dieses Workshops, der mit einer intensiven Diskussion zu den Möglichkeiten, aber auch Grenzen, von Chemical Leasing endete, stehen im Downloadbereich zur Verfügung.

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