Österreichischer Biokraftstoffbericht 2025 veröffentlicht
Der österreichische Biokraftstoffbericht „Erneuerbare Kraftstoffe und Energieträger im Verkehrssektor in Österreich 2025“ für das Berichtsjahr 2024 kann nun auf der Homepage des BMIMI abgerufen werden.
Zusammenfassung:
Auch wenn sich in den letzten Jahren das Spektrum an erneuerbaren Kraftstoffen und Energieträgern im Verkehrssektor erhöht hat – insbesondere aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Strom als Energiequelle – so blieben Biokraftstoffe auch 2024 das wichtigste Element für die Substitution fossiler Energieträger und die damit verbundene Reduktion von Treibhausgasen (THG).
Das Inverkehrbringen von Biokraftstoffen erfolgt in Österreich seit Oktober 2005 in erster Linie durch die Beimischung von Biodiesel zu Diesel und seit Oktober 2007 zusätzlich durch eine Beimischung von Bioethanol zu Benzinkraftstoff. Bis zum Beginn des Jahres 2009 wurden flächendeckend rund 4,7 Volumenprozent (Vol.-%) Biodiesel und Bioethanol beigemischt. Mit Jänner 2009 wurde die Möglichkeit der Beimischung von Biodiesel auf maximal 7 Vol.-% erhöht. Seit Mitte 2023 stieg die flächendeckende Beimengung biogener Komponenten zu Benzinkraftstoffen auf rund 10 Volumenprozent (Vol.-%).
Im Jahr 2024 wurden für die Substitutionszielberechnung gemäß Kraftstoffverordnung insgesamt 5.156.514 Tonnen fossiler Dieselkraftstoff verkauft. Mittels Beimischung wurden gemäß den Daten des nationalen Biokraftstoffregisters elNa (elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis) insgesamt 350.047 Tonnen Biodiesel sowie 34.844 Tonnen an hydrierten Pflanzenölen (HVO, Hydrotreated Vegetable Oils) abgesetzt. Weiters wurden 33.334 Tonnen Biodiesel und 121.978 Tonnen HVO in purer Form bzw. als Kraftstoff mit höherem biogenen Beimischungsanteil im Dieselkraftstoff auf den Markt gebracht. Insgesamt lagen im Berichtsjahr 2024 Nachhaltigkeitsnachweise für 383.382 Tonnen Biodiesel und 156.822 Tonnen HVO vor.
Durch das elektronischen Monitoring Systems der UBA GmbH „Elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis- elNa“ liegen seit 2013 für Österreich Daten betreffend die Nachhaltigkeit über die verwendeten Rohstoffe der in Österreich produzierten und in Verkehr gebrachten biogenen Kraftstoffen vor. Für die österreichische Biodieselproduktion wurde 2024 annähernd eine ähnliche Rohstoffzusammensetzung wie 2023 eingesetzt, 73 % Altspeiseöl – inklusive tierische Fette und Fettsäuren – sowie 24 % Raps. Der Einsatz von Sojaöl ist weiter gesunken und spielt mit 2,5 % eine untergeordnete Rolle im Rohstoffmix. Wiederum wurde kein Palmöl für die Produktion von Biodiesel in Österreich verwendet.
Im selben Zeitraum wurden 1.501.267 Tonnen fossile Benzinkraftstoffe abgesetzt. Diesen wurden insgesamt 157.902 Tonnen nachhaltiges Bioethanol beigemengt, 10.581 Tonnen davon als biogener Anteil von Ethyl-Tertiär-Butylether (ETBE).
Pflanzenöl wurde 2024 im Umfang von 94 Tonnen im landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt. Zudem wurden im Berichtsjahr insgesamt 562 Tonnen Biomethan (Biogas) an den Verkehrssektor abgegeben, davon 543 Tonnen mit Nachhaltigkeitsnachweis.
2024 war bereits das fünfte Jahr, in dem im Verkehrssektor Strommengen zur Anrechnung gebracht wurden. Von der insgesamt bestätigten Menge von etwa 1.174 TJ waren 74,81 % bzw. 846 TJ erneuerbar und konnten damit zur energetischen Zielerreichung herangezogen werden.
Zielerreichung KVO
Über den Zeitraum des Kalenderjahres 2024 wurde das in der Österreichischen Kraftstoffverordnung (KVO) festgelegte energetische Substitutionsziel von 5,46 % (gemessen am Energieinhalt) mit 9,16 % übererfüllt; der Wert ist im Vergleich zu den Vorjahren erneut deutlich gestiegen.
Das im Jahr 2024 zum fünften Mal verpflichtend zu erfüllende Ziel der Substitution fossiler Kraftstoffe durch fortschrittliche Biokraftstoffe führte zu einer Inverkehrbringung von 129.866 Tonnen dieser Kraftstoffe. Fortschrittliche Biokraftstoffe sind aus bestimmten definierten Ausgangsstoffen hergestellte Kraftstoffe, die in der Regel aus Abfällen oder Reststoffen bestehen und von denen eine geringe negative Wirkung auf Landnutzungsänderungsprozesse zu erwarten ist. Von der Gesamtsumme entfielen 9.552 Tonnen auf Biodiesel (Fettsäuremethylester, FAME – fatty acid methyl ester), 8.684 Tonnen auf Bioethanol, 111.088 Tonnen auf HVO und 543 Tonnen auf Biomethan. Der fossilen Energiemenge gegenübergestellt, ergibt sich bei den fortschrittlichen Biokraftstoffen im Jahr 2024 eine Substitution in der Höhe von rund 1,24 %. Die Zielvorgabe gemäß KVO von 0,20 % wurde in diesem Jahr somit ebenfalls überfüllt.
Unter Berücksichtigung der vorgelagerten Emissionen betrug die durchschnittliche Treibhausgasintensität aller im Jahr 2024 auf den österreichischen Markt verbrachten Kraftstoffe und Energieträger 87,54 g CO2/MJ. Gegenüber dem Referenzwert von 94,1 g CO2/MJ wurde damit im Berichtsjahr österreichweit eine Treibhausgasminderung gemäß der Berechnungsmethode der KVO von 7,49 % erzielt. Von dieser Einsparung entfallen rund 6,36 % auf Biokraftstoffe und rund 1,13 % auf erneuerbaren elektrischen Strom.
Die durch den Einsatz von Biokraftstoffen erzielten – und damit für die Österreichische Treibhausgasbilanz anrechenbaren – direkten CO2-Emissionseinsparungen im Verkehrssektor beliefen sich 2024 auf 1,87 Mio. Tonnen. Bei dieser Betrachtung werden die vorgelagerten Emissionen – wie z. B. für den Anbau der Rohstoffe oder die Herstellung von Biokraftstoffen – den jeweiligen Sektoren und Ländern zugerechnet, in denen die Aktivität stattfindet; Emissionen durch (indirekte) Landnutzungsänderungen werden demnach dem Landwirtschaftssektor zugeordnet.
Biokraftstoffe mit einem hohen Risiko der indirekten Landnutzungsänderung – aktuell alle palmölbasierte Biokraftstoffe – dürfen seit dem 1. Juli 2021 nicht mehr auf die nationalen Ziele angerechnet werden. Wie auch in den vorangegangenen Jahren wurden 2024 in Österreich palmölbasierte Biokraftstoffe weder produziert noch eingesetzt.

