Die chemische Industrie ist Innovationsmotor

Die chemische Industrie ist, gemessen an der Bruttowertschöpfung, die drittgrößte Industriebranche in Österreich. Sie zeichnet im Verhältnis zur gesamten Industrie für mehr als 9 % der Beschäftigten und mehr als 10 % des Produktionswertes verantwortlich und ist ebenfalls Spitzenreiter bei den Umweltschutzausgaben. Nicht zuletzt hält sie mit rund 10 % der F&E-Ausgaben eine Spitzenposition, wobei der Pharmasektor die Branche mit den insgesamt höchsten Forschungsausgaben pro Mitarbeiter ist. Niedrige Arbeitskosten und Rohstoffreichtum verschaffen Ländern in Asien, im Nahen Osten und in Osteuropa eine günstige Ausgangslage im globalen Wettbewerb. Darüber hinaus sind die Schwellenländer längst nicht mehr nur preiswert produzierende Industriestandorte, sondern gewinnen auch als Innovationszentren zunehmend an Bedeutung. Auch ihre heimischen Absatzmärkte wachsen erheblich schneller als die Märkte in Europa.

Zur Absicherung des Industriestandorts Österreich sind entsprechende Investitionsanreize zu setzen, ist der Fachkräftemangel wirksam zu bekämpfen, in einer großen Steuerreform die Steuer- und Abgabenquote zu senken sowie Maßnahmen einer Headquarter- und Leitbetriebepolitik umzusetzen. Die direkte und indirekte Forschungsförderung ist auszubauen, nicht zuletzt in Hinblick auf den konzerninternen Konkurrenzkampf um Forschungskompetenz.  

Österreich hat den Nachteil des kleinen Marktes und relativ wenig (forschungsrelevante) Konzernzentralen. Um diese Nachteile zu kompensieren, muss ein Land wie Österreich Rahmenbedingungen und ein Fördersystem schaffen, das dem großer Länder überlegen ist.

Das österreichische System der indirekten, steuerlichen Forschungsförderung und der direkten, projektgebundenen Forschungsförderung stellt ein wichtiges Anreizsystem für die forschende Industrie dar. Die chemische Industrie erachtet die direkte und indirekte Forschungsförderung in ihrer Wirkung als komplementär. Stellt die indirekte Forschungsförderung auf den Standort ab, so ist für die direkte Forschungsförderung die Technologierelevanz wesentlich. Österreich braucht beides.

 Die chemische Industrie gehört zu den drei Branchen mit höchster Forschungsintensität. FTI-Barrieren orten 58 Prozent der Unternehmen der chemischen Industrie in den hohen Innovationskosten und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Risiko. Für 52 Prozent gilt dies auch für die Unübersichtlichkeit des Fördersystems. Immerhin 38 Prozent beklagen den Mangel an F&E-Fördermitteln, gleich behindernd ist der Mangel an F&E-Eigenmitteln.

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