Kreislaufwirtschaft in der chemischen Industrie

In Hinblick auf ein ressourcenschonendes und sparsames Wirtschaften ist die inner- und außerbetriebliche Kreislaufführung seit jeher ein wichtiges Thema der chemischen Industrie. Der Bedeutung einer Kreislaufwirtschaft zollt auch die Europäische Union mit verschiedenen unterstützenden Maßnahmen Rechnung, die beitragen sollen, den Verbrauch von kritischen Rohstoffen zu reduzieren und ihre Wiedergewinnung zu erhöhen bei gleichzeitigem Nutzen für den Arbeitsmarkt und die Umwelt. 

Europäisches Kreislaufwirtschaftspaket

Die Europäische Kommission hat am 2. Dezember 2015 einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Abfällen und Rohstoffen eingeläutet, der auf 2 Säulen aufgebaut ist. Dadurch soll künftig die gesamte Wertschöpfungskette im Kreislauf geführt werden, in dem möglichst wenig Abfall anfällt.

 

1. Säule - Änderung von 6 Richtlinien

- Abfallrahmen-Richtlinie

- Verpackungs-Richtlinie

- Elektro- und Elektronikgeräte-Richtlinie

- Altfahrzeuge-Richtlinie

- Batterien-Richtlinie

- Deponie-Richtlinie

 

2. Säule -  Aktionsplan der EU für die Kreislaufwirtschaft, bestehend aus 54 Maßnahmen in den 4 Bereichen Produktion, Verbrauch, Abfallbewirtschaftung, Markt für Sekundärrohstoffe, sowie Schwerpunktsetzungen in 5 Sektoren (Kunststoff, Lebensmittel, kritische Rohstoffe, Bau- und Abbruchabfälle Biomasse/biobasierte Produkte, und der Bereich der Innovationen, Investitionen sowie sonstige horizontale Maßnahmen.) 

Zwei für die chemische Industrie besonders relevanten Maßnahmen des Aktionsplans sind die "EU-Strategy for Plastics" sowie die Strategie zur Schnittstelle zwischen Chemikalien-, Produkt- und Abfallrecht. Die Frage, wie das Auftreten von besorgniserregenden chemischen Stoffen in Produkten verringert und ihre Rückverfolgung verbessert werden kann, ist von besonderer Bedeutung. Der Düngemittelsektor soll weniger abhängig von Import kritischer primärer Rohstoffen wie Phosphat werden, die aus organischen Abfällen und Nebenprodukten gewonnen werden können. Maßnahmen zur effizienten Nutzung von primären Rohstoffen, zur Verwendung von Prozessrückständen und zur Wiedergewinnung sekundärer Rohstoffe sollen darüber hinaus in verschiedenen BAT-Dokumenten verankert werden.

Die Europäische Kommission bietet auf ihrer Circular Economy Webseite eine gute Übersicht zu allen laufenden Aktivitäten.